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Reisebericht der Schottland-/Irlandfahrt - Travelogue
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Submitted by: Lothar FritschUnited States
Website: Not Available
Submission Date: 11 February 2005

PAGE - 7 - Add your travelogue
Hier gibt es ein paar Einkaufsstra_en, ein im Vergleich zur Saarbr|cker Saargalerie geschmackvoll eingerichtetes Einkaufszentrum, einen Hafen, der f|r Fischerei und zum Anliefern von Benzin f|r Westirland genutzt wird. Sogar ein College gibt es hier. Und im Park im Stadtzentrum steht eine Stahlplastik, die unserem Serra auf dem Saarbr|cker Campus alle Ehre machen w|rde, aber es ist kein echter Serra, und einen Gr|nen Punkt hat sie auch nicht.

Wir gehen ins TI, kaufen eine Karte der Galway-Bay und erkundigen uns nach dem ndchsten Campingplatz. Dieser liegt drei Kilometer au_erhalb, und gegen 19:40 soll ein Bus in die Richtung fahren (Tip: man erreicht ihn in einer halben Stunde auch zu Fu_: runter zum Hafen, die Hauptstra_e am Meer entlang, dann aus der Stadt raus Richtung Krankenhaus/Sportplatz, dort 'runter zum Meer). Wir nutzen die |brige Zeit zum Stadtbummel, kaufen Lebensmittel, werfen uns etwas Fast-Food 'rein und schicken noch ein paar Postkarten ab.

19:40 Der Bus Richtung Campingplatz fdhrt ab. Der Platz liegt direkt am Meer, mit Blick auf Galway und den Hafen in einiger Entfernung. Ein paar Zelte und Caravans sind da. Wir stellen das Zelt direkt neben die Begrenzungshecke zwischen zwei andere Zelte. Das Nebenzelt rechterhand gehvrt zwei Studentinnen aus Th|ringen, die per Interrail unterwegs sind und auch zwei Wochen in Schottland waren und nun zwei Wochen in Irland verbringen. Ansonsten sind noch Bonner, ein paar Mountainbiker und sogar Franzosen da. Wir kochen endlich mal wieder selber, es gibt Reis mit T|tenso_e, aber immerhin Cola statt Wasser zum Trinken. Es gibt noch einen recht netten Sonnenuntergang zu sehen, und Claus und ich gehen noch zum Strand 'raus. Gegen 22:30 legen wir uns schlafen - endlich wieder im Schlafsack.



Samstag, 5.9.92, 21.Tag

9:30 Wir stehen auf und kochen Kaffee und Milch f|r M|sli. Wir unterhalten uns mit den Mddchen aus Th|ringen. Gegen 10:30 gehen die Mddels los und wollen per Zug ein wenig ins Land fahren, keltische Grabstdtten besichtigen. Wir packen langsam zusammen und marschieren gegen 12:30 los in Richtung Galway City. Wir wollen den 18:05-Bus nach Doolin nehmen, dem Ort, wo die acht Kilometer langen Cliffs of Moher, bis zu hundert Meter hohe Klippen, beginnen.

Die verbleibende Zeit verbringen wir im Stadtzentrum, sitzen im Stadtpark, lesen Zeitung, kaufen ein paar Fressalien. gegen 18:00 betreten wir den Bus, die knapp f|nfzig Kilometer lange Fahrt kostet inklusive Ermd_igung 4.20 Pfund. Nach einer Weile fdhrt der Bus durch den Burren, eine Karstlandschaft, die durch Menschenhand und Erosion entstanden ist. Die Landschaft liegt voller Kalkfelsbrocken, und es ragen gro_e, kahle und zerkl|ftete Kalkh|gel aus der Landschaft empor. Wdren nicht ab und zu ein paar Bdume dazwischen, kdme man sich vor wie auf dem Mond. Hinten im Bus sitzt eine Gruppe von f|nf jungen Frauen und singt munter vor sich hin irgendwelche Lieder. Sie wollen einfach nur per Bus bis Doolin und wieder zur|ck. Bei einer ziemlich starken Steigung und Serpentinen bekommt der Bus Probleme und schafft den Berg nicht. Der Fahrer sch|ttet einen Kanister Vl nach, fdhrt dann zur ndchsten Tankstelle und f|llt noch zwei Kanister Vl ein.

20:30 Ankunft in Doolin am Doolin Hostel. Der Fahrer verk|ndet, da_ er nicht mehr zur|ck nach Galway fdhrt, sehr zur Freude der Sdngerinnen. Sie quartieren sich im Hostel ein, ich erfrage ein paar Informationen, dann laufen wir den Kilometer bis zum Campingplatz. Der Campingplatz liegt hinter einem H|gel, fast direkt am Meer und neben dem kleinen Pier, von dem die Boote raus zu den Aran-Inseln fahren. Der Platz ist von einer Steinmauer umgeben, hat Duschen, WC und sogar eine K|che, die man benutzen kann. Es ist recht windig, wir m|ssen alle drei beim Zeltaufbau anpacken. Dann kochen wir noch in der Apsis Suppe und Reis. Gegen 22:30 legen wir uns schlafen.



Sonntag, 6.9.92, 22.Tag

1:30 Ein paar Leute kehren recht lautstark aus dem Ort zur|ck und fangen im Nebenzelt an, Gitarre zu spielen und laut und falsch zu singen. Kurz bevor ich mich dazu entschlie_e, ihnen ein paar Hdringe 'rauszuziehen, hvren sie auf. Nun hvrt man nur noch den Sturm.

7:00 Es regnet und st|rmt.
8:00 Es st|rmt und regnet.
9:00 Es ist windig und verregnet.

12:00 Es hat aufgehvrt, zu regnen. Wir trauen uns aus dem Zelt. Claus und ich gehen am Felsstrrand entlang, zerfurchte, von der Brandung geschliffene Kalkplatten. Es wehen ziemlich krdftige Windbven und jagen gro_e Wellen ans Ufer. Man kann |ber die kleine Bucht die Cliffs of Moher sehen, die sich von hier bis zum Horizont erstrecken.

13:00 Wir lassen unsere Sachen im Zelt, und ziehen, nur mit Kamera und Feldflasche bewaffnet, los in Richtung Klippen. In einem Geschdft werden noch ein paar Schokoriegel erworben, dann laufen wir die Stra_e zu den Klippen entlang, nehmen einen davon abgehenden Feldweg, und laufen an einem Weidezaun entlang, rechts die Felsen und das Meer, links der Zaun und dazwischen nicht selten weniger als ein halber Meter. Noch sind die Klippen nur schrdg abfallend und nicht so arg hoch, und ausgewaschene Hvhlen bohren sich in den Fels. Ich rutsche auf dem nassen Stein aus und schlage mit das Knie auf, neben den M|ckenstichen zum Gl|ck meine einzige Verletzung wdhrend der gesamten Ferien. Ein St|ck weiter geht es steil bergauf, und von da an fallen die Klippen zwischen 50 und 100 Meter senkrecht ab ins Meer. Viele Seevvgel nisten auf kleinen Felsvorspr|ngen, unten tosen die Wellen gegen die Felsen, oben schubst uns der Wind an der Kante 'rum. Eine tolle Aussicht prdsentiert sich von hier oben.

Gegen 15:00 machen wir eine kleine Rast, direkt am Klippenrand, und dvsen etwas in der minutenweise scheinenden Sonne. Hier oben ist es genauso windig wie auf dem Campingplatz.

Claus spaziert noch ein St|ck weiter die Klippen entlang, Christian folgt ihm wenig spdter; ich bleibe sitzen und schaue die Klippen 'runter. In der Ferne kann man im Tr|ben die Aran-Inseln erahnen.

16:00 Claus und Christian kommen wieder zur|ck, mit einem Paar aus Augsburg im Schlepptau. Sie fahren nach dem Irland-Velbinger, vielleicht sollten wir da mal reinschauen ...?

Im Ort kaufen wir noch ein paar Sachen ein, und am Zelt (mittlerweile st|rmt es bedrohlich stark) kochen wir Nudeln, Reis und Suppe. Einige Windbven schaffen es tatsdchlich, die Zeltkuppel gegen die Biegung der vier (!) Stangen zusammenzudr|cken, aber zum Gl|ck ohne Schdden. Wir ziehen die Abspannschn|re so straff wie es nur geht, die Bven rei_en krdftig am Zelt, aber es hdlt.

So gegen 20:30 liegen wir im Zelt. Die ganze Nacht durch st|rmt es krdftig, und Regen peitscht im Schauern auf's Zelt.



Montag, 7.9.92, 23.Tag

7:10 Aufstehen, da wir den einzigen Bus um 8:40 nach Galway kriegen m|ssen. Zum Fr|hst|ck gibt's Brot und Schokoladencreme. Als Claus zum Abwasch in die K|che geht, findet er dort f|nf oder sechs Leute vor, deren Zelt wohl die Nacht nicht |berlebt hat, und die es vorzogen, in der K|che zu |bernachten. Der Bus kommt um 8:40 und fdhrt tatsdchlich ab Campingplatz, wir hatten schon damit gerechnet, mit Rucksdcken bis zum Hostel joggen zu m|ssen. Im Bus finden sich wieder viele Rucksacktouristen ein, auch aus dem Hostel, nat|rlich auch Velbinger-Deutsche. Der Bus nimmt wieder die bereits bekannte Strecke durch die gespenstischen Felsen des Burren, und kommt um 10:45 in Galway an.

12:00 Abfahrt des Busses nach Donegal im Nordwesten Irlands. Die Fahrt kostet ermd_igt 7.50 Pfund, ohne Ermd_igung 13.00 Pfund. Der Bus ist rege mit deutschen Rucksacktouristen gef|llt. Die Landschaft ist eintvniges, gr|nes Weideland.

Beim Zwischenhalt in Sligo versaue ich mir mein einziges langes Hemd mit wei_er Farbe an einer frisch gestrichenen Klot|r. Auf Donegal zu fahren wir am Meer entlang, es gibt Sandstrdnde, Klippen und Inselchen zu sehen, allerdings in Sturm und Regen.

16:30 Ankunft in Donegal. Ein paar H|gel stehen in der Landschaft, ein paar Meilen vor Donegal ragen einige H|gel steil in die Hvhe. Ein interessanter Anblick. Wir marschieren ins TI und kaufen eine Karte von der Donegal Bay. Die irischen Karten sind im |brigen schlechter und wesentlich ungenauer als die Detailkarten, die man in Schottland in den TIs bekommt. Wir f|llen die Feldflaschen mit Wasser, und wir erkundigen uns nach dem Bus raus zur Slieve League, einem Berg, der in einer 600 Meter hohen Klippe am Meer endet. Donegal ist ein recht kleiner Ort, zwei Geschdftsstra_en, ein paar Wohnhduser, voll vom Tourismus abhdngig. Aber immerhin Verkehrsknoten mit Verbindungen nach Derry, in die restliche Provinz Donegal und nach Sligo, Galway und Dublin.

Claus kauft sich einen weiteren handgestrickten Wollpullover (f|r g|nstige 29.95 Pfund; der andere stammt aus Galway), dann gehen wir zur Bushaltestelle, um auf den Bus zu warten. Inzwischen regnet es auch krdftig.

18:15 Der Bus nach Carrick, dem ndchsten Ort zur Slieve League, fdhrt ab. Ich unterhalte mich mit ein paar Schweizern, im Bus noch einige Rucksacktouristen. Der rothaarige Busfahrer ist gut 'drauf, rei_t eine Menge Spr|che und fdhrt wie eine Wildsau, ein echtes Original. Vielleicht sollten wir im deutschen Vffentlichen Personennahverkehr mal irischen Whiskey einf|hren ...
Die Fahrt kostete als R|ckfahrticket 4.00 Pfund. In Carrick diskutieren wir dar|ber, ob wir gleich das vrtliche Hostel (das einzige himmelblaue Gebdude im Ort) nehmen sollen oder irgendwo wild am Berg campen. Schlie_lich gehen wir campen. Ein paar Kilometer die Bucht runter, etwas den Hang hinauf auf dem Weg zur Slieve League begegnet uns ein dlterer Herr und empfiehlt uns, auf dem Berg vorsichtig zu sein, es wdren auch diesen Sommer wieder Leute abgest|rzt. Wir kommen ins Gesprdch, der Mann ist Amerikaner mit irischen Vorfahren, hat Verwandtschaft in der Gegend und kommt jedes Jahr ein paar Wochen her. Wir wittern eine gute Gelegenheit, unsere Rucksdcke unterzustellen, wdhrend wir auf die Klippe wandern, und er willigt ein, da_ wir am ndchsten Morgen die Rucksdcke bei ihm abstellen kvnnen.

Gegen 21:00 haben wir einen geeigneten Zeltplatz in etwas windgesch|tzter Lage gefunden (was nicht hei_t, da_ es nicht auch dort zugig war, aber immerhin keine Bven). Wir kochen noch was zu Essen, und legen uns schlafen.

Die ganze Nacht durch bldst der Wind und es regnet in Schauern.



Dienstag, 8.9.92, 24.Tag

9:00 Aufstehen, wir zelebrieren das rituelle M|slifr|hst|ck. Chris findet beim Erledigen dringender Geschdfte einen guterhaltenen Schafschddel im Geb|sch, doch aus Platzgr|nden mu_ten wir ihn dortlassen.
10:30 Wir ziehen los, ein St|ck den H|gel 'runter. Der Amerikaner ist gerade nicht da, so stellen wir die Rucksdcke um die Ecke hinters Haus und legen einen Poncho als Ndsseschutz 'dr|ber.

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