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Reisebericht der Schottland-/Irlandfahrt - Travelogue
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Submitted by: Lothar FritschUnited States
Website: Not Available
Submission Date: 11 February 2005

PAGE - 6 - Add your travelogue
Die Fdhre geht um 14:25 und nicht um 12:30, wie ich dem Fahrplan f|r die Gegenrichtung versehentlich entnahm. Wir fahren nach Stranraer und stellen das Auto auf einen vffentlichen, kostenlosen Dauerparkplatz neben der Pier von P&O Ferries. Dann machen wir einen Stadtbummel, essen Burger und Bratkartoffeln zu Mittag, kaufen Zeitungen und Fdhrtickets. Die \berfahrt kostet mit dem Seacat-Katamaran 18.00 Pfund, mit ISIC-Studentenausweis 14.00 Pfund (womit sich die Anschaffung des Studentenausweises schon gelohnt hat).

-14:00 Wir checken auf der Fdhre ein, und m|ssen durch recht scharfe Kontrollen: die Rucksdcke werden durchleuchtet, wir m|ssen durch einen Metalldetektor laufen. Nordirland ld_t gr|_en. Das Gepdck wird dann auf Gepdckwagen verladen, und wir werden per Bus zur Fdhre gefahren. Es handelt sich um eine relativ kleine Fdhre, einen Katamaran, der sowohl Fahrzeuge wie Passagiere transportiert und bis zu 47 Knoten schnell fdhrt. An Bord gibt es die |bliche Bar/Cafiteria und einen gro_en Raum mit recht gem|tlichen Sitzen. Das Schiff fdhrt vollkommen computer- und satellitengesteuert, auf der Br|cke sind noch zwei Leute, die von Hand das Andocken erledigen und ansonsten den Computer |berwachen.

Rund eineinhalb Stunden spdter erreichen wir den Hafen von Belfast. Von hier aus gesehen ist Belfast eine schmutzige Insdustriestadt. Die Fdhre fdhrt recht langsam in den langestreckten Hafen ein, weil sonst die Bugwellen die anderen Schiffe krdftig sch|tteln w|rden. Beim Verlassen der Fdhre werden wir von Polizisten und Soldaten penibel bedugt, die ihre Maschinenpistolen im Anschlag halten.

Im Fdhrgebdude besorge ich erstmal einen fotokopierten Stadtplan, dann marschieren wir los Richtung TI in die Innenstadt. Hier prdsentiert sich die Stadt mit einer Mischung aus alten Gebduden, neuen Einkaufszentren und breiten Stra_en. Beim TI angekommen, bekommen wir einen detaillierten Stadtplan und eine Campingplatzliste von Nordirland. F|r die Campingpldtze von Irland werden wir an das Irish Tourist Board ein paar Stra_en weiter verwiesen. Dort bekommen wir Material |ber irische Campingpldtze und Busverbindungen, sogar |ber nordirische Einrichtungen. Unser ndchstes Ziel ist Dundalk, eine Stadt s|dlich von Belfast, nicht weit hinter der Grenze in Irland. Claus hat dort Bekannte, die aus dem Saarland stammen. Wir wechseln noch ein paar englische Pfund in irische Pfund (da es nach 16:00 war, konnte man das nur noch zu Wucherkursen im Reiseb|ro machen. Dieses verlangte allen Ernstes auch noch drei Pfund Geb|hren f|r das Einlvsen von Euroschecks!)

Wdhrend wir durch die Stadt laufen und uns ein paar Ecken anschauen, begegnen uns des vfteren die Panzerfahrzeuge der britischen Armee und der nordirischen Polizei, die in gro_er Zahl durch die Stadt fahren. An der ein oder anderen Ecken stehen Soldaten auch so 'rum und halten die Stra_e im Auge.

In der Bankenstra_e hdngt alle paar Meter eine Kamera, die die Stra_e entlangblickt, an den Laternen Schilder: 'Don't leave vehicles unattended!' mit der Bedeutung, da_ alleingelassene Fahrzeuge verddchtig sind und zum Sprengplatz geschleppt werden. Um Gerichts- und Polizeigebdude sind hohe Metallzdune und -wdnde aufgebaut, damit man sie nicht von der Stra_e aus beschie_en kann. Am Bahnhof steht ein Patrouillenfahrzeug und beobachtet ein paar Kinder, die M|ll verbrennen, mit Gewehren im Anschlag. Wir fahren mit dem 18:05-Zug f|r 6.50 Pfund nach Dundalk. Au_erhalb der Stadt kriegen wir zum ersten Mal irische Landschaft zu Gesicht, geprdgt durch Weidebau und Viehzucht, das Land duch Mauern und Zdune in Weidefldchen aufgeteilt. Der Anblick wird schnell langweilig, von wegen gr|ne Insel. Grasgr|n.

19:40 Der Zug kommt in Dundalk an. Man wird beim Verlassen der Bahnsteige nach Fahrkarten kontrolliert, auf Schwarzfahren stehen 400 irische Pfund oder drei Monate Gefdngnis als Strafe. Grenzkontrollen gibt es keine, nichtmal ein Hinweis darauf, da_ man die Grenze |berschritten hat. Auf dem Weg ins Stadtzentrum kommen wir an der Harp-Brauerei vorbei, einer der grv_eren irischen Brauereien. In der Stadt hat das TI schon zu, schvner Mist. Wo campen? Der ndchste Campingplatz liegt rund zehn Meilen au_erhalb, und Claus hat die Adresse der Bekanntschaft vergessen. Auch ein Telefonbuch hilft nicht weiter, sie stehen nicht drin. Mit Hilfe eines Iren schaffen wir es, die Telefonauskunft dazu zu |berreden, die Adresse 'rauszur|cken, obwohl die Leute sogar eine Geheimnummer haben. Doch die Freude wdhrt nur kurz - die Adresse liegt in einem Vorort meilenweit au_erhalb. Man sagt uns, es liege so drei Kilometer vom Stadtrand entfernt. Wir marschieren los, inzwischen ddmmert es. Nachdem wir Dundalk hinter uns gelassen haben, sind links und rechts der Stra_e eingezdunte Weiden zu sehen.
21:30 Wir erreichen eine Ansammlung Hduser, und ein Sta_enschild 'Dundalk 3 1/2 Miles'. Wir fragen einen Passanten nach der Adresse der Bekannten und erfahren, da_ der gesuchte Ort noch mindestens drei Meilen weiter drau_en liegt. Jetzt ist es aber zu spdt, die Entfernung noch zu laufen, wir kdmen zu sehr spdter Zeit unangek|ndigt an. Zum Gl|ck gibt es hier Bed and Breakfast. Wir klingeln an dem Haus, und bekommen ein Zimmer mit Dusche zum Preis von zwvlf Pfund pro Person. Wir schlafen zum ersten mal seit zweieinhalb Wochen nicht im Schlafsack auf der Isomatte.



Donnerstag, 3.9.92, 19.Tag

8:00 Aufstehen, jeder duscht ausgiebig. 9:15 Wir bekommen das Fr|hst|ck serviert, typisch englisches Bacon & Eggs Fr|hst|ck mit Toast und Cornflakes, Tee und Milch. 10:30 Wir marschieren los, die dreieinhalb Meilen zur|ck ins Zentrum von Dundalk. Dort lvsen wir Euroschecks ein, kaufen Getrdnke und eine Irlandkarte, beim TI hole ich ein Verzeichnis von Jugenherbergen und 'Independent Hostels' sowie Busfahrpldne. Claus schreibt noch eine Postkarte an die Bekanntschaft. Um 13:30 wollen wir den ndchsten Expressbus nach Dublin nehmen. Bis dahin sitzen wir an einer Brunnenanlage vor'm TI, ich durchstvbere die Brosch|ren, Claus und Christian schreiben Tagebuch.

13:30 Wir nehmen den Bus nach Dublin (kostet 6.00 Pfund). Es fahren jede Menge Sch|ler mit. Die Fahrt geht durch langweilige, landwirtschaftlich genutzte, kaum abwechslungsreiche Landschaft. Einzig fdllt auf, da_ sdmtliche Stra_enschilder und Ortsbezeichnungen zuerst in Gdlisch, dann in Englisch auf Schildern stehen. So hei_t Dublin beispielsweise Baile Ata Cliath.

16:00 Der Bus erreicht Dublin-City. Dublin macht etwas weniger den Eindruck einer Industriestadt als Belfast. Daf|r regnet es, als wir den Busbahnhof verlassen. Zundchst wollen wir eine Unterkunft f|r die Nacht finden, da es im Zentrum Dublins keine Campingpldtze gibt. Wir steuern ein Hostel an, das ist aber ausgebucht. So wenden wir uns ans TI, die gegen die Geb|hr von einem Pfund ein Zimmer in Kinley's Hostel in der Ndhe des Trinity College vermitteln. Das Zimmer kostet 10.50 Pfund pro Nase, die Unterkunft liegt daf|r aber schvn zentral. Auf dem Weg zum Hostel kommen wir zufdllig noch an dem Reiseb|ro vorbei, welches die 'Travel-Save-Stamp' f|r Studenten verkauft. Dabei handelt es sich um eine Art Briefmarke, die man f|r 7.00 Pfund kaufen kann und die in Verbindung mit dem internationalen Studentenausweis f|r Bahnfahrten 50 Prozent und Busfahrten bis zu 40 Prozent Rabatt bringt. Da wir ab sofort fast nur noch mit Fernbussen reisten, hat sich die Marke gelohnt.

18:10 Im Hostel beziehen wir unser Zimmer. Es ist ein Vierbettzimmer, ein Bett bleibt frei. Dusche und Toilette sind vorhanden. Wir bieten an, das vierte Bett zu belegen, falls jemand vorbeikommt, der unbedingt eine Unterkunft braucht, hdngen ein paar feuchte Klamotten |ber die Betten und gehen in die Stadt.

Nat|rlich wird es eine Tour-de-Fastfood, kein Wunder bei den vielen Ketten, die in Dublin City um Kunden buhlen. Spdter kommen wir zufdllig durchs K|nstlerviertel, und Chris und ich trinken noch ein Guinness in einer Kneipe (das Guinness-Bier wird in Dublin gebraut). Nat|rlich treffen wir auch in dieser kleinen, randvollen Kneipe Deutsche. Als wir gegen Mitternacht ins Zimmer zur|ckkommen, finden wir einen Rucksack und eine Namenskarte auf dem 4. Bett. 'Bates' steht 'drauf, sonst nix. Es findet sich noch eine B|rste mit d|nnen, langen, blonden Haaren auf der Fensterbank, die nicht zu uns gehvrt. Na, dann sind wir mal auf unsere MitbewohnerIn gespannt. Nach Inspektion des Aufenthalts- und Fernsehzimmers, in dem pausenlos MTV lduft (man scheint sich immer auf das niedrigste gemeinsame Niveau zu einigen), gehen wir zum Schlafen in unser Zimmer.

Das Einschlafen gestaltet sich als nicht so einfach, zum einen, weil vor dem Hostel eine der Hauptstra_en verlduft, zum anderen, weil die Betten zu weich und zu kurz sind. So nach eineinhalb Stunden d|rfte ich endlich eingeschlafen sein.



Freitag, 4.9.92, 20.Tag

3:30 Jemand schlie_t die T|r auf, benutzt die Toilette und verld_t das Zimmer recht gerduschvoll dann wieder. Allerdings sind wir alle drei nun wieder wach (und sauer).

3:45 Jemand versucht eine ganze Weile erfolglos, die T|r aufzuschlie_en, was in Anbetracht der Plastikkarten, die als Schl|ssel dienen und die man nur in einen Schlitz stecken mu_, eigentlich nicht so schwer ist. Mir langt's nach einer halben Minute, ich springe aus dem Etagenbett und rei_e die T|r auf. Davor steht ein ziemlich verdutztes blondes Mddchen, welches gerade noch in der Lage ist, mit 'Yes' auf die Frage zu antworten, ob sie Bates sei, dann ins Bett fdllt und einschldft. Jaja, irisches Bier und irischer Whiskey ... jetzt bin ich jedenfalls wieder richtig wach, und schlafe auch erst eine Stunde spdter wieder ein.

8:30 Wir stehen allmdhlich auf. Leider gibt es nur bis halb zehn das im Preis inbegriffene Fr|hst|ck, sonst hdtten wir wohl ldnger gepennt. Unsere Mitbewohnerin, bleich wie eine Leiche und immer noch ziemlich sprachunfdhig, verzichtet auf's Fr|hst|ck. Wir duschen noch schnell, dann gehen wir 'runter in den Speisesaal. Leider ist das Geschirr gerade alle, und die beiden Angestellten waschen lieber erst alle hundert schmutzigen Teller als reihum Teller, Besteck und Tassen. Was uns nach k|rzester Zeit dazu veranlasst, die Fr|hst|ckssachen einfach auf einem Tablett zu stapeln, ein paar Toasts zu rvsten und auch fast ohne Geschirr zurechtzukommen. Zu essen gibt es Toasts, Butter, Marmelade, Tee und O-Saft. Das ist also das 'Continental Breakfast' aus der Brosch|re. Um halb zehn wird man recht r|de darauf aufmerksam gemacht, da_ die K|che schlie_t: das Licht im Speisesaal wird abgeschaltet, und man wird alle paar Minuten dran erinnert, da_ man das Geschirr abliefern soll. Wir gehen hoch, die Rucksdcke packen. Bates liegt immer noch in ihrem Bett und ist fix und feritg.

Gegen 10:15 geben wir unsere Schl|sselkarte ab und verlassen das Hostel. Unser ndchstes Ziel: Galway an der Westk|ste Irlands. Der Zug dahin soll 24.00 Pfund kosten, der Bus blo_ 9.00 Pfund. Mit der Ermd_igung kostet der Bus 6.50 Pfund. 12:30 ist Abfahrt, vorher gehen Claus und Chris noch etwas Geld abheben, wir kaufen Getrdnke und S|_kram, dann kommt der Bus.

12:30 Abfahrt des Expressbusses nach Galway. Die irische Busgesellschaft betreibt eine Vielzahl von Fernbussen, mit denen man an jedes Ende der Insel kommt. Unser Bus fdhrt los, auf der Autobahn mit mindestens 120km/h, spdter |ber Landstra_e durch vdes Gr|nland, durch Steinmauern und Zdune in Weidefldchen f|r Rinder und Schafe geteilt. Stunden spdter kommt Meer in Sicht, wir erreichen Galway gegen 16:30. Galway ist eine kleinere Stadt, aber Hauptstadt des westlichen Teils von Irland.

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