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Korsika: Eine Rucksackwanderung (Deutsch) - Travelogue

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Submitted by: Christian Blum United States
Website: Not Available
Submission Date: 10 February 2005

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Der einzig wichtige Tip hierbei ist: nicht zu dünn und unbedingt wasserabweisend. Wer einen Schwamm als Isomatte mitnimmt, ist selber schuld. Ob es unbedingt das selbstaufblasende, leichte und kleine Superteil für gutes Geld sein muß, läßt sich aber auch bestreiten. Unsere Erfahrung zeigt, daß man für 25-35 DM schon sehr gute Matten kriegt. Mitunter sind auch recht popelig aussehende aber dennoch gute Teile schon für 20 DM zu erhalten.

Isoliermatten sind in der Regel recht kurz (185 cm). Das ist aber nicht weiter tragisch (auch wenn Du größer bist; wir drei sind es auch), denn unter dem Kopf braucht man sie nicht, dort ist ja das Kopfkissen (siehe oben). Lieber die Matte an den Füßen hochschlagen, das verhindert, daß der Schlafsack von Kondenswasser feucht wird, wenn er dort an der Zeltwand anliegt.

Was das Schuhwerk betrifft: wer wandern will, braucht Wanderschuhe. Mit Turnschuhen geht man den GR 20 und andere Wanderwege nicht. Ob es unbedingt die schweren Alpentreter sein müssen oder ob es ein leichter Outdoor-Schuh auch tut? Da es in Korsika selten regnet, ist Wasserdichtigkeit nicht gerade ein wichtiges Kriterium, und wenn der Outdoor-Schuh einem genügend Halt bietet, also eine gut profilierte Sohle hat und den Knöchel umfaßt, dann tut er's. Thomas trug einen solchen Schuh und ist gut damit zurechtgekommen, wenn auch der Schuh nicht ganz so gut davongekommen ist; er zeigte doch danach deutliche Abnutzungsspuren. Markus und ich haben Bergwanderschuhe; ich einen mit Goretex-Leder-Obermaterial, er einen Goretex-Schuh, der sogar steigeisenfähig ist. Im Sommer fährt man mit beidem gut; auf der nördlichen Etappe des GR 20 braucht man im Winter und im Frühjahr Steigeisen. Für die Küste braucht man Sandalen, und wenn man nur dort ist, vielleicht noch Halbschuhe oder Turnschuhe. Thomas und ich hatten je ein Paar Sandalen dabei und konnten sie gut gebrauchen; Markus' Badeschlappen waren manchmal aber auch nützlich, allerdings kann man damit kaum länger rumlaufen.

Wer durchs Gebirge wandern will, kann es sich überlegen, ob er Teleskop-Wanderstöcke mitschleppt. Nützlich sind sie auf jeden Fall, aber teuer und nicht federleicht sind sie auch. Wer sowas schon hat, sollte sie einpacken. Wir hatten keine, und es ging auch so.

An Kleidung braucht man im Sommer nicht allzu viel. Eine Jeans ist so ziemlich das Nutzloseste, was man mitnehmen kann: zu schwer, zu warm und saugt sich voll Wasser und gibt es nicht mehr her. An den meisten Tagen reicht eine kurze Hose (Typ Bermuda-Short, zwei mitnehmen), und für den Abend bzw. den Morgen im Gebirge reicht eine leichte Stoffhose. Kalt ist es im Sommer höchstens nachts, und da liegt man ja im Schlafsack. Je nach Geschmack noch drei oder vier T-Shirts dazu, ein paar Unterhosen, ein paar (klein geschrieben!) Socken (wer wandert: zwei Paar Wanderstrümpfe, gut z.B. die alten Bw-Strümpfe), und fertig. Im Gebirge ist für den Morgen und den Abend ein langärmeliges T-Shirt prima, außerdem gehört eine leichte aber warme Jacke ins Gepäck. Auch wer sich in der Zivilisation an der Küste aufhält, braucht nicht allzu viele T-Shirts, denn die halbe Zeit hält man es sowieso mit T-Shirt nicht aus. Übrigens kann man die nach einer Wandertour im Gebirge nur noch wegschmeißen, es müssen also keine Krokodile drauf sein, aber weiß sollten sie auch nicht sein. Dunkel ist gut, braun oder blau am besten, da sieht man den Dreck nicht so. Badehose nicht vergessen! Obwohl es auf Korsika auch FKK-Strände gibt und man sie an etlichen Stellen im Landesinnern und an der Westküste mangels Publikum auch nicht braucht. Wenn also eine der Shorts zufällig schwimmtauglich sein sollte, ist das eine gute Lösung.

Was man in den Toilettenbeutel tut, bleibt eigentlich jedem selbst überlassen. Es gibt da aber ein paar Dinge, die man leicht vergißt, wie zum Beispiel eine Nagelschere oder Wattestäbchen. Auch Ohrenstöpsel (Typ E.A.R) gehören unbedingt zur Grundausrüstung, denn auf jeder Hütte gibt es einen Schnarcher. Manch eine Haut reagiert auch sauer, wenn sie nach dem Rasieren nicht desinfiziert wird; wer davon betroffen ist, sollte Rasierwasser, natürlich in einer kleinen leichten Plastikflasche, nicht vergessen.

Naß rasieren oder trocken? Auf Fahrt eigentlich kein Thema, denn Strom gibt es nicht überall, und der Elektrorasierer verliert in Sachen Gewicht ganz klar gegen den leichten, nassen Konkurrenten.

Ein Duschgel einzupacken, ist eigentlich nicht nötig, denn mit einem Stück Seife (ruhig ein schon 'abgelutschtes') und der Neutralseife von oben kommt man klar. Wenn es denn unbedingt ein Duschgel sein muß, dann nur eines für ein paar Leute.

In Korsika nicht ganz unwichtig ist die Sonnenmilch, insbesondere für hellhäutige Typen. Welchen Lichtschutzfaktor man wählt, hängt stark von der eigenen Empfindlichkeit ab und von dem, was man im Urlaub machen will. Im Gebirge reicht für Normalhäuter 8, Empfindliche kommen mit 12 gut zurecht. Wer aber den ganzen Tag in der Sonne brät, sollte eventuell etwas höher greifen, wenigstens am Anfang. Den Sonnenschutz kann man auch zum Gemeinschaftsgepäck tun; wir sind drei verschieden empfindliche Hauttypen und hatten jeder unseren eigenen. Wer wandert, sollte vor allem den Nacken und die Schultern gut eincremen (ja, auch wenn man den ganzen Tag im T-Shirt rumläuft!), und aufpassen, daß die Füße keinen Sonnenbrand kriegen. Das klingt vielleicht komisch, aber wenn man sie mal für eine Stunde 'auspackt', haben sie schnell was weg, denn sie sind Sonne nicht gewöhnt.

Ein Handtuch - nicht zu groß, nicht zu klein - und ein Waschlappen sind nützliche Dinge. Insbesondere das Handtuch leidet auf einer solchen Tour, also nicht Mamas bestes Stück mitnehmen.

Brillenträger an ein Brillenputztuch denken! Der Fettfilm geht mit Spülmittel, Wasser und Klopapier am besten runter, aber für zwischendurch ist ein Putztuch gut. Einen kleinen Schraubenzieher für die Brillenbügel dabeizuhaben, kann mitunter sehr hilfreich sein.

Ein ganz wichtiges Utensil für Wanderer ist der Sonnenhut. Eine helle Farbe strahlt die Wärme gut zurück, ein Stoffteil läßt sich leichter feucht halten als ein Strohhut. Was den Nacken bedeckt, ist extra gut geeignet, ansonsten muß man da besonders sorgfältig chemisch vorbeugen. Man kann auch ein Tuch (Taschentuch) hinten an der Hutkrempe befestigen.

Die Taschenlampe gehört auch zur wichtigen Ausstattung. Generell gilt für Rucksackler: je kleiner und leichter, desto besser, aber robust, hell und möglichst wasserfest (in Korsika nicht so wichtig) sollte das Teil auch sein. Einen guten Kompromiss stellen die Alu-Leuchtstäbe für zwei Mignonzellen Typ Maglite AA oder Nachbau dar. Batterien sollte man nur soviele mitschleppen, wie man wirklich braucht; erfahrungsgemäß reichen für 14 Tage Urlaub zwei Batteriesätze dicke, und wenn man nicht verschwenderisch damit umgeht oder in der Gruppe noch mehr Taschenlampen da sind, reicht ein Batteriesatz. Man nehme Batterien mit einem guten Energie-pro-Kilogramm-Verhältnis, also nicht unbedingt die billigsten! Besonders wichtig: eine Ersatzbirne.

Unentbehrlich ist natürlich das Eßwerkzeug. Ein Feldbesteck der Bundeswehr ist zwar teuer und schwer, aber auch sehr funktionell; eine Gabel, ein Löffel und ein Messer aus der Besteckschublade, zusammen mit einem Gummi, tun es aber auch. Dazu noch einen (tiefen) Plastik- oder Aluteller und eine Plastiktasse (wer eine gute Blechtasse hat, die nicht nach Rost schmeckt wie meine, kann die natürlich auch nehmen), und fertig ist die Nahkampftasche.

Ob man nun ein Fahrtenmesser oder so was Hirschfänger-mäßiges braucht, hängt stark vom eigenen Messerfetischismus ab. Ich denke, es ist nicht verkehrt, wenigstens ein Messer in der Gruppe zu haben, daß auch was schneidet. Bei der harten korsischen Salami kann das lebenswichtig sein.

Eine Trinkflasche (oder zwei) braucht der Wanderer natürlich auch. Hier gibt es seit einiger Zeit eine gute und sehr viel billigere Alternative zur beschichteten Aluflasche: die PET-Mehrweg-Flasche. Ehrlich, die Dinger sind hervorragend geeignet! Welches Gesamtvolumen man braucht, hängt vom eigenen Bedarf ab; mit 2 Litern kommt man zurecht, aber mehr schadet nicht.

Ein Taschentuch oder zwei, nicht nur für die Nase. Die alten aus der Grundwehrdienstzeit, so man welche hat, tun's ganz prima. Ein paar Papiertaschentücher sollte man auch haben; dreckige Hände hat man dauernd, und ich war mit meiner Nasenbluterei, die mich verfolgte, auch gut damit bedient. Und nicht vergessen: man kann ein Taschentuch auch als Nackenschutz benutzen.

Papier und Stifte, nicht nur für den Reisebericht im Usenet. Man muß immer mal wieder was notieren, zum Beispiel Abfahrtszeiten.

Wer gern liest, sollte ein Buch mitnehmen. Das nimmt zwar Platz weg und wiegt was, aber das tun all die anderen unnötigen Sachen, die man so dabei hat, auch. Es ist schon ein Unterschied, ob man beim Warten auf den Zug Löcher in die Wand starrt oder nicht.

Die Sonnenbrille ist auf jeden Fall dabei. Insbesondere am Strand, wo viel Licht reflektiert wird, ist es sonst schnell unangenehm, und außerdem sieht man ohne so uncool aus.

Der Profi nimmt noch etwas Schnur (dünn, leicht und fest, zum Beispiel eine gute Drachenschnur) für eine Wäscheleine und Notschnürsenkel mit, außerdem ein paar Wäscheklammern.

Weitere Einzelheiten finden sich in Anhang I.



Mit Fahrrad und Rucksack in Korsika: Gepäcksachen

Auf Korsika gibt es die gleichen Probleme wie überall: wohin mit dem Rucksack, wenn man ihn mal für eine Zeitlang los sein will? In Bahnhöfen und in einigen Fährhäfen gibt es Gepäckaufbewahrungen, Schließfächer habe ich nur in Fährhäfen gesehen. Die Preise für Gepäckaufbewahrung liegen so bei 16 FF pro Tag und Gepäckstück, die Öffnungszeiten sind recht unterschiedlich. Auf Campingplätzen habe ich keine Möglichkeit der Gepäckaufbewahrung gesehen, allerdings haben wir schon ab und zu das Zelt samt Gepäck (aber ohne Wertsachen und über das ganze Zelt verteilt) alleingelassen, und es es ist nie was weggekommen.

Die korsische Eisenbahn befördert Rucksäcke kostenlos, ebenso die (meist privaten und wenigen) Buslinien. Auf den Fähren sind Rucksäcke kostenloses Handgepäck; es stehen Schließfächer zur Verfügung, aber die sind teuer. Wer einen Kabinenplatz hat, kann sein Gepäck dort lassen; zumindest die Fähren der SNCM haben Zahlenschlösser an den Kabinentüren.

Auch Fahrräder sind unproblematisch. Auf Fähren werden sie kostenlos befördert (jedenfalls haben wir das von anderen gehört), und in Zügen gibt es in den Gepäckabteilen sogar Haken an der Decke zum Aufhängen der Räder, und soviel ich weiß, kostet auch das Mitnehmen von Fahrrädern in Bussen und Bahnen nichts.

Strom und sowas

Auf Korsika gibt es die europaüblichen 230 V 50 Hz. Die Steckdosen sind runde Vertiefungen in der Wand mit zwei Löchern und einem hervorstehenden Dorn (für den Schutzleiter) und ohne Nut oder Kontaktfedern, also so wie überall in Frankreich. Deutsche Schukostecker passen nicht, aber die Gummiteile an Haarfönen sollten passen (ich hab's nicht ausprobiert!), denn der Lochabstand und der Durchmesser der Bohrungen ist der gleiche wie beim deutschen Schukostecker, und notfalls kann man mit dem Taschenmesser etwas nachhelfen. Die flachen Eurostecker, wie man sie an Elektrorasierern und Radios findet, passen problemlos. Für so absolut unentbehrliche Dinge wie Bügeleisen gibt's im Elektrohandel zuhause Adapter zu kaufen, und wer nicht merkt, daß der erste Teil dieses Satzes ironisch gemeint ist, ist selber schuld.

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