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Korsika: Eine Rucksackwanderung (Deutsch) - Travelogue
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Submitted by: Christian BlumUnited States
Website: Not Available
Submission Date: 10 February 2005

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Wären wir über Italien angereist, hätten wir zwar die billigen italienischen Züge nutzen können, allerdings ist die Fahrt bis nach Italien schon so teuer wie die ganze Fahrt durch Frankreich; die Bundesbahn und die Alpenländer machen es möglich.

Auf der Hinfahrt nahmen wir eine Fähre von Marseille aus; sie lag terminlich einigermaßen gut. Allerdings ist die Fähre ab Nizza (besonders für junge Leute) deutlich billiger, was den höheren Bahnfahrpreis nach Nizza wett macht.

Wir haben dabei allerdings eine kleine Dummheit gemacht: wir hatten wegen der Hinfahrt nur Tickets bis Marseille und traten dennoch die Rückfahrt über Nizza an (weil sonst keine Fähre günstig lag). Die Bahnfahrt von Nizza nach Marseille kostete etwa 42 DM, also wären wir günstiger gefahren, gleich Tickets bis Nizza zu nehmen.



Ausrüstung

Gleich eines vorweg: wir waren im August in Korsika, also im Sommer, und dementsprechend beziehen sich alle Angaben zur Ausrüstung auf die Zeit von Mitte Juni bis Mitte September. Genauso setze ich stillschweigend voraus, daß alles auf dem Buckel getragen wird.



Allgemeines und Gruppenausrüstung

Man kann sich darüber streiten, ob man bei einer Wanderung durch Korsika ein Zelt braucht oder nicht. Fest steht, es gibt genügend Hütten (Refuges), in denen man für in der Regel 40 FF übernachten kann. Fest steht auch, daß man biwaken kann, also ohne Zelt, aber eventuell mit einem zusätzlichen Biwaksack um den Schlafsack im Freien übernachten. Wenn man sich jedoch an der Küste aufhalten will, ist es sinnvoll, ein Zelt zu haben. Man kann zwar auch auf den Campingplätzen ohne Zelt übernachten, doch ist es preislich so, daß man zu dritt mit Zelt billiger wegkommt als ohne. Zusätzlich bietet das Zelt nicht nur den Menschen, sondern auch der Ausrüstung einen gewissen Schutz vor Wind und Wetter und Viehzeug. Wenn man im Sommer auf Korsika auch nicht unbedingt Regentage hat, so kommt es schon mal vor (insbesondere im Westteil), daß es tröpfelt bis regnet, weil die Luft den Wasserdampf einfach nicht mehr halten kann. An manchen Tagen ist es (in Küstennähe) dermaßen schwül, daß man bei 25°C es von morgens früh bis abends spät kaum im T-Shirt aushält. Der langen Rede kurzer Sinn: wir hatten ein für drei Personen eher kleines Zelt dabei, und wir haben es nicht bereut. Reparaturhülsen für das Gestänge kriegt man im Baumarkt: sie heißen Alu-Rundprofile, sind als Meterware erhältlich und billiger als die Originalhülsen. Zusammen mit dem Klebeband aus dem Medizinbeutel (siehe unten) kann man mit zuhause abgesägten Stücken eine geknickte oder gebrochene Zeltstange wieder halbwegs gebrauchsfähig machen.

Einen weitereren Heiligen Krieg kann man darüber führen, ob und welche Art von Kocher man mitnehmen soll. Auf den Hütten (Refuges) der Wanderwege stehen Gaskocher für jedermanns Benutzung zur Verfügung, ebenso wie ein wenig Geschirr (aber nicht genug); man kann jedoch einiges an Geld und Ärger sparen, wenn man einen eigenen Kocher hat (die Gasbenutzung in den Hütten kostet 10 FF), und wer sich nicht nur auf solchen Hütten aufhält und sich statt aus teueren Restaurants auch aus dem Supermarkt ernähren will, kommt nicht umhin, einen Kocher mitzunehmen.

Welchen Brennstoff man nimmt, ist Geschmacksache. An der Küste kriegt man alles zu kaufen, nur im Landesinnern ist das Einzige, was es sicher gibt, die Bleuet 206-Kartusche von Camping-Gaz. Brennspiritus ist nur in Orten zu kriegen, die einen Supermarkt haben, allerdings ist das Zeug leicht und kompakt, und deshalb ist es unproblematisch, genug davon mitzunehmen. Ich benutze Brennspiritus aus Überzeugung, denn ich halte ihn für den umweltfreundlichsten aller Brennstoffe, und außerdem läuft mein Lieblingskocher damit. Der Brennspiritus gehört unbedingt in eine Spritflasche aus Aluminium (z.B. Sigg), denn die Verkaufsverpackungen sind nicht immer ganz dicht, und Alkohol quetscht sich (mit seiner geringen Adhäsion) durch die kleinsten Ritzen.

Womit wir konkret beim Kocher wären. Im Gegensatz zu manch anderem Reiseziel braucht man in Korsika nicht unbedingt auf Windfestigkeit zu achten; es gibt im Bedarfsfall genügend rumliegendes Zeugs, um sich einen Windschutz zu basteln. Ein einfacher Gaskocher mit 206er Kartuschen tut gute Dienste, und die meisten nehmen auch einen solchen mit. Wir hatten einen Trangia Sturmkocher aus Aluminium; er enthält zwei Töpfe und einen Kessel nebst einem Spiritus-Brenner, einer Greifzange und einem stabilen Windschutz, der gleichzeitig als Topfständer dient. Ein Deckel, der sich als Bratpfanne gut eignet, ist ebenfalls dabei, und das ganze wiegt etwa 1350g, hat einen Durchmesser von etwa 22cm und eine Höhe von etwa 11cm. Das Teil war schon bei anderen Touren dabei und hat uns auch auf dieser Fahrt gute Dienste geleistet. Von der Kochleistung her ist er dem normalen 206er Gaskocher nicht unterlegen, und bei Wind schlägt er jeden normalen Gaskocher um Längen. Leider ist er mit etwa 100 DM nicht ganz billig; allerdings hat man dann grad alles im Set, was man sowieso braucht.

Wir haben von zuhause aus 1l Spiritus mitgenommen und sind damit (auch ohne die Gasbenutzung in den Hütten) auf der halben Strecke des GR 20 gut zurechtgekommen. Wer den ganzen Weg am Stück gehen will, sollte möglichst oft die Gaskocher der Hütten in Anspruch nehmen, dann reicht der Liter auch für den ganzen Weg.

Was in anderen Gegenden wesentlich ist, nämlich ein wasserfestes Feuerzeug (z.B. mit Piezo-Zünder), ist in Korsika nicht so wichtig. Man sollte allerdings mehrere Feuerzeuge über die ganze Ausrüstung verteilen, denn nur dann ist sichergestellt, daß man immer eines findet und bei Verlust noch welche hat.

Wer sich von der Zivilisation entfernt, sollte an eine gut ausgerüstete Reiseapotheke denken, und das nötigste sollte man auch sonst haben. Der Inhalt unseres Medizinbeutels war dieser:

1 Schere
12 Sicherheitsnadeln, klein
30 ml Betaisodona Lösung zum Desinfizieren von Wunden
100 g Spolera Sportsalbe gegen Zerrungen, Verstauchungen, Prellungen
20 g Bepanthen Wund- und Heilsalbe
25 g Systral Creme gegen Insektenstiche
10 Metifex 200 Tabletten gegen Durchfall
10 Aspirin 500 Schmerz und Fieber
2 Benuron 500 Schmerz und Fieber
2 Fenistil retard geg. starken u. fläch. Juckreiz (Sonnenbrand!)
1 Dreieck-Verbandtuch
40 cm Heftpflaster Hansaplast standard 6cm
1 Ro. Hansaplast Standard S Rollenpflaster 5m x 2,5cm, halbvoll

1 Fixierbinde 8cm
1 Fixierbinde 6cm
2 Verbandpäckchen DIN 13151 mit Kompresse 80x100mm
5 Mullkompressen, steril
1 Drapierbinde

sowie alle Packungsbeilagen. Sinnvoll wäre noch gewesen: Medikament gegen Halsschmerzen, Erste-Hilfe-Fibel, spezielle Fußpflaster. Wer - aus welchen Gründen auch immer - weitere Medikamente braucht, sollte diese in ausreichender Menge mitnehmen, dann gibt es vor Ort keine Probleme mit der Beschaffung.

Um unsere Toilettenbeutel zu entrümpeln, haben wir Zahnpasta und Neutralseife (genannt 'Outdoor-Seife', aber da bezahlt man den Namen) für Haare und Kleider ebenso wie Rasiercreme als Gemeinschaftsgepäck nur einmal mitgenommen.

Wer in ferne Länder mit anderen Sprachen reist, sollte an ein kleines Wörterbuch denken!

Wichtig - weil praktisch - ist ein ausreichender Vorrat von Tüten verschiedener Größen, zum Beispiel Gefrierbeutel und (kleine) Müllsäcke. In Verbindung mit Tütenclipsen aus Plastik (25 Stück 1,50 DM oder so) ist das eine saubere Sache, wenn man mal was feucht wegpacken muß.

Wie zum Beispiel die Sachen zum Geschirrspülen. Hier muß ein Spülschwamm (oder auch zwei) mit, ebenso Geschirrspülmittel (natürlich ein biologisch abbaubares). Mit der Neutralseife von weiter oben wird das Geschirr aber auch prima sauber. Geschirrtuch nicht vergessen!

Leicht vergessen kann man Korkenzieher und Dosenöffner! Wer sowas am Taschenmesser hat, sollte vorher sicherstellen, daß man damit auch eine Flasche/Dose aufkriegt.

Von existenzieller Wichtigkeit ist Klopapier. Nicht zu wenig mitnehmen, das Zeugs kann man für alles mögliche gebrauchen, und außerdem kriegt man einzelne Rollen nicht nach. Unbedingt wasserdicht verpacken! Auf Campingplätzen und Berghütten findet man in Korsika in der Regel keines, das muß man schon selbst mitbringen.

Wer selbst kocht, sollte unbedingt an Gewürze denken! Tee und Vitamin-Brausetabletten sorgen dafür, daß Geschmack ins Wasser kommt.

Selbstverständlich geht eine Kamera mit. Es muß nicht unbedingt eine schwere Spiegelreflex sein, aber eine Pocket ist auch nicht das richtige. Motto: gut aber leicht. Diafilme sind das Richtige für einen solchen Urlaub, 100 ASA tun's; auf jeden Fall von zuhause mitbringen, die sind auf Korsika sehr teuer! Eine Ersatzbatterie für die Kamera sollte man haben.



Persönliche Ausrüstung

Zuerst einmal braucht man einen Rucksack. Wer zwei oder drei Wochen daraus leben muß, kommt nicht umhin, mindestens 50 Liter Stauraum zu haben; 60 Liter ist allemal besser. Noch viel wichtiger aber ist, daß der Rucksack bequem paßt. Wer die Tour mit einem alten Armeetornister macht, ist nicht ganz dicht, denn 15kg zwei Wochen auf den Schultern, das geht schief; ein Hüftgurt mit Hüftpolster ist unabdingbar.

Wie schon gesagt, in Korsika regnet es im Sommer eher selten. Dennoch sollte man an leichten Regenschutz denken; eine leichte Regenjacke reicht völlig. Ich hatte von anderen Touren her noch einen Regenponcho, der bei Bedarf sogar über den Rucksack paßt (böse Zungen behaupten, das Ding wäre ein Zelt ohne Gestänge; auch Worte wie 'Ganzkörper-Kondom' fallen); sowas ist nicht ganz billig und für Korsika nicht nötig. Ein Schirm ist nur was für Hotel-Touristen. Leute, die den nördlichen Teil des GR 20 gegangen sind, haben uns von einem recht ordentlichen Regenguß während eines Gewitters erzählt; wir haben unseren Regenschutz jedenfalls nicht gebraucht. Nicht nur wegen der besseren Wasserfestigkeit, sondern auch der Ordnung halber empfiehlt es sich, alles im Rucksack nochmal in Plastiktüten zu verpacken, was irgendwie rumfliegen könnte oder Wasser übelnimmt.

Zum Thema Schlafsack: Wer sich nur an der Küste aufhält, braucht im Sommer keinen; eine Decke genügt vollkommen. Wer allerdings ins Gebirge vorstoßen will, kann dort mit recht kalten Nächten rechnen (8°C ist nicht ungewöhnlich; es wird auch noch kälter), und hier ist ein guter Schlafsack unentbehrlich, erst recht, wenn man nicht in den Hütten schläft. Mal abgesehen davon, daß sich Kunstfaser-Schlafsäcke sowieso immer mehr durchsetzen, bieten sie den Vorteil, daß sie wasserunempfindlicher sind als Daunensäcke; allerdings bleibt der Daunensack in Packmaß und Gewicht ungeschlagen. In Korsika fährt man mit beidem gut. Ich habe einen Daunensack, Thomas und Markus Kunstfaser, und beides hat sich bewährt; allerdings muß der Daunensack wie überall regensicher verstaut werden, was aber auch für den Kunstfasersack zu empfehlen ist.

Noch ein Tip zum Schlafsack: Der Packsack dient gut als Kopfkissen, wenn man ihn mit Klamotten vollstopft.

Zum Schlafsack gehört die Isoliermatte dazu.

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