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Korsika: Eine Rucksackwanderung (Deutsch) - Travelogue
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Submitted by: Christian BlumUnited States
Website: Not Available
Submission Date: 10 February 2005

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Im Landesinnern ißt man Bachforellen.



Fleisch

Sowas haben wir (ebenso wie Fisch) nie gekauft; ich schreibe einfach aus dem Reiseführer ab.

Gigot d'Agneau: Lammkeule oder auch Lammkotelett oder Lammbraten.

Cabri: Zicklein, schmeckt leicht etwas langweilig, als Ragout besser.

Sanglier: Wildschwein steht im Herbst, nach Beginn der Jagdsaison auf den Speisekarten, als Braten oder Ragout, ja sogar als 'Terrine de Sanglier' (Wildschweinsuppe). Marcassin ist Frischling.

Lapin: Kaninchen, gibt's häufig im Inland.

Stufatu: ein Fleischgericht aus Rind und Lammfleisch mit Nudeln und Käse, selten.

Tripes: Kutteln, nicht jedermanns Geschmack, gelten aber als Delikatesse.



Käse

Es gibt auf Korsika eine reiche Auswahl verschiedener Schafs- (Brebis) und Ziegenkäse (Chèvre). Sie sind meist recht pikant und herzhaft und decken ein weites Spektrum an Geschmäcken ab. Man sollte sich aber nicht scheuen, vor dem Kauf eine Riechprobe zu machen: je älter, desto riechiger und dunkler.

Auf Korsika gibt es eine Fliege, die ihre Eier in einige Käsesorten ablegt. Irgendwann ist der Käse dann voller dünner Maden, die beim Reinbeißen sprungartig das Weite suchen. Das ist nun wirklich nicht jedermanns Geschmack, aber die Korsen essen solchen Käse immer noch sehr gerne, denn die Exkremente der Maden verleihen dem Käse einen besonderen Geschmack (nicht, daß wir das ausprobiert hätten). Sowas kriegt man aber sicher nicht in Supermärkten, keine Angst.

Als Spezialität gilt der 'Brocciu', ein quarkähnlicher Frischkäse, würzig und cremig. Nicht zu verwechseln mit dem ähnlich verpackten Brousse, der aus Trockenmilch hergestellt wird. Den richtigen Brocciu gibts nur von Oktober bis Juni.



Diverses

Obst gibt es auf Korsika reichhaltig und zu manierlichen Preisen. Bei der Hitze ist das eine prima Sache.

Brot gibt es fast nur als Weißbrot in den bei den Franzosen üblichen Formen, also als Doppellaib (außen hart, innen nichts, nicht sehr zu empfehlen), als Baguette (dünnes Stangenbrot, gut für unterwegs), als Flûtes (dicker als Baguette, auch Restaurant genannt, unserer Ansicht nach die praktischste Form) und als Panier (eine Art Flûtes mit spitzen Enden). Vollkornbrot kriegt man in den Supermärkten. Wer es sich leisten will, ißt zum Frühstück croissants (Hörnchen) oder pains au chocolat (eine Art schokoladengefülltes Kaffeestückchen)

. Honig ist ein beliebtes Mitbringsel; es gibt auf Korsika sehr viele Arten davon, die sich geschmacklich deutlich unterscheiden. Der dunkle Kastanienhonig schmeckt sehr kräftig, fast schon bitter, Honig aus der Cargèse ist würzig, der aus der Balagne mild.

Gâteaux Corse ist ein plätzchenartiges Gebäck, das jeder Bäcker nach seinem eigenen Rezept macht. Als Snack zwischendurch prima.

Weiteres findet sich sicher auch in Deinem Reiseführer, wenn Du mal nach Korsika kommst.



Wein

Auf Korsika gehört, ebenso wie in Frankreich, zu jedem Essen Wein. Das Angebot an korsischen Weinen ist reichhaltig, auch französische und italienische Weine sind zu kriegen, ansonsten guckt man in die Röhre. Wein beliebt allerdings recht teuer zu sein.

Unser Lieblingswein ist der 'Muscat', ein Weißwein mit fast likörartigem Geschmack und 15% Alkohol. Sehr süffig und sehr eigen, und insbesondere recht billig.



Sonstige Getränke

Man kriegt alles zu kaufen, was es auch sonst in Europa gibt. Cola und Limo einer der beiden großen amerikanischen Firmen (die mit dem schönen C) gibt es fast überall, aber mitunter zu unfreundlichen Preisen. Besser nimmt man die französischen Standardgetränke, diverse Limos (unsere Lieblingssorte: Orangina, besonders die nicht so süße Light-Variante) oder gleich Wasser. Kohlensäurehaltige Sprudel sind oft Salzlösungen.

Das billigste Getränk in Gaststätten in entlegenen Gegenden ist nicht selten (neben Wasser) eines der Nationalgetränke der Franzosen: Pastis, ein etwa 45-prozentiger Anisschnaps, den man mit Wasser verdünnt auf Eis trinkt.

Bier ist so eine Sache. Fast überall bekommt man Kronenbourg, und das schmeckt, gemessen an dem, was Deutsche so gewöhnt sind, greulich.

Wer in den Bergen rumlatscht, wird fast überall Quellwasser finden. Wir haben aus allem getrunken, was nicht moderig war, und es hat uns nicht geschadet.



Anreisemöglichkeiten

Dieses Kapitel ist Deutsch, in jeder Beziehung. Soll meinen: ich weiß nur etwas über Anreisemöglichkeiten aus Deutschland, und schreibe deshalb auch nur über diese. Ein gutes Reisebüro kann sicher jedem weiterhelfen.



Flugzeug

Klarer Fall, das ist die schnellste Methode. Und wer sich last- minute-Angebote besorgt, wird schnell feststellen, daß sie auch preislich konkurrenzfähig sein kann! Man spart sich schließlich die Fähre, Autobahngebühren, Spritkosten, Bahntickets, ...

Nachteil: festes Zeitraster. Man muß im Voraus wissen, wann man mit der Insel 'fertig ist'. Für uns schied deshalb ein Flug aus.

Wer in der Nähe von oder in Frankreich wohnt, sollte eventuell einen relativ preiswerten Inlandsflug (Korsika ist Frankreich) in Erwägung ziehen.



Auto / Motorrad

Je nachdem, was man vorhat, ist das eine sinnvolle Methode. Denn die Insel erschließt sich einem nur ganz, wenn man motorisiert ist. Allerdings kann es billiger sein, zu fliegen und sich für ein paar Tage einen Untersatz zu leihen, denn die Fährpreise in in der Saison recht abenteuerlich; bis zu 225 DM sind möglich, je nach Tag. Außerdem schont man den eigenen Wagen, der für das korsische Landesinnere wohl nicht gebaut ist...

Wir haben keine Motorräder und keine Klasse 1-Führerscheine, und das Auto irgendwo stehenlassen (z.B. in Südfrankreich oder Italien, um die Fährkosten zu sparen), ist so eine Sache. Außerdem wollten wir auf Korsika kein Auto haben, das ist beim Wandern nur im Weg.



Per Bahn

Nicht ganz billig. Die Hin- und Rückfahrt über Frankreich kostet ab Saarbrücken etwa 180 DM (Marseille) oder 214 DM (Nizza) (das nennt sich 'Billet de Séjour'), plus die Fahrt nach Saarbrücken. Über Italien anzureisen ist nur für Bayern und vielleicht noch Hessen und Baden-Württemberger lohnend. Generell gilt: beim Vergleichen Bahn- und Fährkosten zusammenzählen! Zwar ist die Fähre von Italien nach Korsika billiger als von Marseille aus, aber schließlich muß man dort auch erst einmal hin.

Es gibt noch eine reizvolle Alternative für junge Leute (bis 24), die es irgendwie schaffen, billig nach Frankreich zu kommen: ein Euro-Domino-Ticket. Es ermöglicht innerhalb einer Zeitspanne eine gewisse Anzahl von frei wählbaren Bahntagen in einem Land. Für Frankreich gibt es beispielsweise ein Dreitagesticket (Bahnfahren an drei Tagen innerhalb von vier Wochen) für 211 DM, und ein Kurzbesuch in Paris ist auch noch gleich mit drin...

Genereller Hinweis: die Leute am Schalter der Bahn werden es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit nicht schaffen, den billigsten Tarif für Euch rauszusuchen, das müßt Ihr schon selbst machen. Uns wollte eine Beratungstussi doch wirklich über Griechenland schicken... Mag sein, daß es irgendwo auch qualifiziertes Personal gibt, aber auch das kann sich leicht im Tarifgestrüpp der ganzen Landesbahnen verstricken.



Der Fähren-Nepp

Wer mit der Fähre in der Saison nach Korsika einreist bzw. von Korsika abfährt, löhnt für diesen Genuß zusätzliche 30 FF. Weiß der Geier, was das soll und wer die kriegt. Es nennt sich, glaube ich, Korsika-Steuer und wird möglicherweise auch auf andere Einreiseformen erhoben.

Eine andere gute Nummer (zumindest der SNCM): Wenn die billigen Plätze weg sind, muß man tiefer in die Tasche greifen. Man kriegt keinen besseren Platz für das gleiche Geld. Es empfiehlt sich also, Fährtickets so früh wie möglich zu kaufen.



Unsere Anreise

Wir haben uns Billets de Séjour besorgt, das sind ermäßigte Tickets für die französische SNCF, die es ab einer Entfernung von 1000km innerhalb Frankreichs (bei mindestens 5 Tagen zwischen An- und Abreise können Hin- und Rückfahrt zusammengezählt werden) gibt und die 25% Nachlaß auf den normalen Tarif bringen. Sie gelten maximal zwei Monate.

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