Als Karten empfiehlt der Velbinger folgendes Material:
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Michelin Straßenkarte Nr. 90, Maßstab 1:200000. In Frankreich oder vor Ort kaufen, dort billiger!
Corse Nord 73 und Corse Sud 74, Maßstab 1:100000 des IGN (Institut Géographique National), genannt 'Carte touristique IGN/France'.
Aus dem Verlag Didier Richard aus der Serie 'Itinéraires Pedestres IGN' die Karten 'Corse du Nord' (20) und 'Corse du Sud' (23), die fast ganz Korsika abdecken (Maßstab 1:50000). Mein Eindruck von diesen Karten (wir haben sie): eher schlecht. Das Kartenbild ist recht kontrastarm, die Wegführung nicht immer ganz genau, und die Höhenlinierung ist ganz schlecht, dadurch ist es recht schwierig, sich zu orientieren und die Schwierigkeit eines Wegs abzuschätzen. Preis 70 FF in Korsika, etwa 22 DM in Deutschland.
'Les Cartes touristiques locales' im Maßstab 1:25000. Laut Velbinger spitze, aber auch sie kosten etwa 70 FF, und man braucht mitunter eine ganze Menge davon. Man kauft sie vor Ort, gleich nachdem man die Fähre oder das Flugzeug verlassen hat.
Einen Kompaß braucht man kaum. Es scheint eh fast immer die Sonne, und ein Höhenmesser tut beim Wandern im Gebirge viel bessere Dienste. Allerdings ist auch der entbehrlich, denn die Wanderwege sind recht gut markiert.
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Der GR 20 ist Korsikas berühmtester Wanderweg. Er durchquert die Insel auf einer Strecke von 173km von Nordwesten nach Südosten; wer ihn geht, muß sich 9900m hoch und wieder runterschaffen. Trainierte Bergwanderer schaffen das in 82 Stunden, aber der Rekord liegt bei etwa 43 Stunden! Ein gesunder, körperlich einigermaßen fitter Alltagsmensch braucht dafür schon so 15-20 Tage.
Ein Geheimtip ist dieser Weg nicht gerade; zeitweise gibt es sogar Staus! Aber die meiste Zeit geht man schon für sich allein, begegnet vielleicht alle Stunde mal einer Gruppe.
Für die Rätselrater: was GR 20 bedeutet, steht am Ende dieses Kapitels. Hinweis: eigentlich müßte es 'Die GR 20' heißen.
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Es gibt im Tagesabstand Hütten (Refuges), die großenteils vom Parc Naturel Régional de la Corse PNRC gebaut wurden und unterhalten werden. Sie bieten Matratzenlager (Schlafsack mitbringen), Trinkwasser, Gaskocher und Klo, mitunter auch Freiluftdusche für 40 FF pro Nacht und Nase. Wer nur das Gas benutzen will, zahlt 10 FF. Wasser, Klo und Dusche sind auch für Nicht-Übernachter natürlich kostenlos. Bei den Hütten kann man (meist kostenlos) biwakieren und campieren, und zur Hochsaison ist das auch nötig, denn dann sind die im Schnitt 25-30 'Betten' schnell belegt. Bewirtschaftung gibt es normalerweise nicht, alles Futter muß man mitbringen. Während der Sommermonate befindet sich auf den Hütten ein Gardien, meist mit Hüttenhund.
Isomatte und Biwaksack sind aber das mindeste, was man sicherheitshalber mitnehmen sollte. Immer wieder fallen Hütten den Flammen zum Opfer oder sind schlicht zum Bersten voll, und dann ist es gut, wenn man auf eine Übernachtung im Freien eingerichtet ist. Auch ein leichtes Zelt statt der Biwaksäcke ist kein Luxus. Bergerien (Schäfereien) bieten keine Übernachtungsmöglichkeit; auch zelten und biwakieren ist dort normalerweise nicht drin.
Auf jeden Fall genug Geld mitnehmen, man kriegt unterwegs keines nach!
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Der GR 20 ist durchgehend gut markiert, und zwar mit waagerecht übereinander angeordnetem weißem und rotem Balken. Über die Reihenfolge sind sich die Markierer nicht ganz einig, weiß über rot überwiegt aber. Stellen, an denen der Weg die Richtung ändert, haben Doppelmarkierungen, Zubringerwege einfarbige Markierungen.
Oft finden sich kleine Steinpyramiden, die das Auffinden des richtigen Wegs sehr erleichtern. Der freundliche Wanderer tut das Seine zur Erhaltung.
Aber obwohl der Weg gut markiert ist, gehört die Karte unbedingt ins Gepäck, denn verlaufen hat man sich schnell einmal, leicht gerät man auf einen der vielen Zubringerwege.
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Auf allen Hütten gibt es Wasser, auf den meisten Etappen gibt es unterwegs Quellen. Aber im Sommer kommt es schon mal vor, daß die ein oder andere versiegt ist, deshalb sollte man immer genug von dem kostbaren Zeug mit sich rumschleppen. Wie wichtig es ist, merkt man erst, wenn man mal keines hat. Entgegenkommende fragen, wie es mit Wasser auf den folgenden Etappen aussieht!
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Ist so eine Sache für sich. Insbesondere im Norden ist es mitunter nötig, in Dörfer abzusteigen, um sich zu verpflegen. Im Süden ist der Nachschub alle 2-3 Tage gesichert. Auf jeden Fall genug Schokolade (dicht verpacken, sie schmilzt!) und ähnliches mitnehmen, das ist ein guter Energiespender für den Bedarfsfall. Reis ist auch recht effizient und schmackhaft, und Nudeln und Flockenpüree sind willkommene Abwechselungen dazu, allerdings kriegt man unterwegs nirgends Tütensoßen! Die sollte man tunlichst von zuhause mitnehmen, wenn man das Zeug nicht trocken runterschlingen will. Suppen gehören ebenfalls ins Gepäck; man kriegt sie aber auch nach.
Für das Frühstück ist Müsli mit Milch aus (Voll-!)Milchpulver nicht schlecht; lieber was mit vielen Kalorien nehmen. Zumindest im Süden kriegt man auch Zwieback und Weißbrot zu kaufen.
Auf den Bergerien kriegt man mitunter Käse, Wurst und Brot zu kaufen, aber darauf verlassen kann man sich nicht.
Wo es überall Futter gibt, steht im Velbinger. Wer sichergehen will, fragt entgegenkommende Wanderer.
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Und was zum Geier heißt GR 20?
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GR heißt 'Grande Randonnée', übersetzt etwa 'Große Wanderung'. Und 20 ist die ehemalige Nummer des ehemaligen Départements Corse.
Von diesen Wegen gibt es in Frankreich noch mehr, aber der GR 20 ist sicher einer der härtesten und anstrengendsten davon.
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Essen und Trinken auf Korsika
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Die korsische Küche ist gar nicht mal schlecht, obwohl ich meine diesbezüglichen Kenntnisse aufgrund von Geiz weitgehend aus meinem Reiseführer habe. Typischerweise würzen die Korsen recht ordentlich. In Gaststätten werden fast immer Menüs serviert; sie sind teurer als ein Gaststättenessen in Deutschland, dafür aber auch reichhaltiger. Manchmal ist auch der Wein inbegriffen, aber die Bedienung ist es nie; ein Trinkgeld von etwa 10% wird erwartet. Insbesondere an der Küste gibt es jede Menge Meeresgetier zu essen, aber auch italienische Gerichte wie Pizza und Pasta gibt es fast überall.
Wer billig leben will, kann sich an der Küste in Supermärkten mit allem nötigen eindecken und selber kochen. Wer dabei etwas die einheimische Küche imitieren will, dem seien hier ein paar Speisen ans Herz gelegt.
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Charcuterie Corse - Wurstwaren
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Auf Korsika gibt es gute Wurst und Schinken, die meist als Vorspeisen serviert werden, aber auch einen prima Brotbelag abgeben. Besondere Spezialitäten sind Coppa und Lonzu, beides Schinken. Lonzu wird im Naturdarm aus würzigem Schweinefilet hergestellt, und Coppa ist ein rollbratenähnliches Zeugs aus durchwachsenem Schweinekamm. Dann gibt es noch den Prizuttu, einen rohen Schinken, butterweich und zart, hervorragend geeignet für die 'casse-croûte', belegte Brote. Figatelli heißen die dunklen Schweinsleberwürste, die man gebraten oder einfach so zu Brot ißt. Salsiccia ist ebenfalls eine - meist gut gewürzte - Würstchenart.
Wer (meiner Meinung nach) etwas sadistisch veranlagt ist, mag 'Pâté de Merle' probieren. Es handelt sich um eine Amselpastete, die mit Myrthe gewürzt wird. Die Produktion ist mittlerweile verboten, aber die Restbestände dürfen noch verkauft werden, und sicherlich wird das Zeugs auch noch produziert.
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| Sowas ist auf Korsika recht teuer. Das Zeug wird wegen zurückgehender Fangmengen zunehmend importiert. Langusten (korsisch arigosta) werden von den Touristen immer wieder gerne verspeist; am ehesten kriegt man echt korsische Langusten am Cap Corse oder in Bonifacio. Oursins (Seeigel) werden roh (!) oder im Omelett gebacken verspeist. Austern und Muscheln stammen aus den Etangs (Tümpel mit Meeresanschluß) der Ostküste. Auf Märkten oder in Poisonnerien (Fischhandlungen) findet man Daurade (Goldbrasse), ein leckerer Speisefisch mit dicken, gut zu entfernenden Gräten, und Rouget (Rotbarbe), der meist gegrillt auf den Tisch kommt. Eine Delikatesse ist der ziemlich teuere Loup (Wolfsbarsch). Der St. Pierre-Fisch wird gekocht, und Sole (Seezunge) gibt es auch noch. Bekannt sind auch zwei Sorten von Fischsuppen: die soupe de poisson mit geriebenem Käse und geröstetem Brot, und die nicht damit zu verwechselnde Aziminu (Bouillabaisse). Wer's mag, kriegt auch 'Friture du golfe', fingerlange Fischchen in Öl gebacken. |
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