Wer Italienisch kann, dem sind diese Kenntnisse auf Korsika von Nutzen, denn insbesondere an der Ostküste, die viel von Italienern besucht wird, sprechen viele Italienisch.
Nun soll sich aber keiner von einem Korsika-Besuch abhalten lassen, nur weil er nicht fließend Französisch spricht. Notfalls gibt es ja noch den linken und den rechten Kommunikator, und die Schulkenntnisse kommen schon wieder zum Vorschein, wenn man ein paar Tage auf der Insel ist.
Von uns dreien spricht Thomas Französisch am besten (mitnichten fließend), aber auch Markus und ich können uns verständlich machen. Daß ich in Englisch ziemlich firm bin, hat mir nur selten was geholfen, und daß ich mir vor der Fahrt ein paar Blicke in meine alten Französisch-Schulbücher aufgezwungen habe, habe ich nicht bereut.
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Ca. 1/4 der Insel ist mit Macchia bedeckt, ein Gemisch aus wild wuchernden immergrünen Kräutern, Sträuchern und Bäumchen. Mitunter wuchert das Zeug mehrere Meter hoch, aber normalerweise ist es kniehoch. Besonders im frühen Sommer verströmt die Macchia den typisch korsischen Duft, an dem Napoleon 'seine' Insel erkannt haben will. Besonders schön ist die Macchia im späten Frühling und frühen Sommer, weil dann die meisten Büsche und Blumen blühen.
Auch Wald gibt es auf Korsika, vor allem Kiefern, aber auch Korkeichen, Edelkastanien und Buchen. Buchen wachsen auch viel als Gestrüpp, besonders in den höheren Lagen.
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Gleich vorneweg: von Zoologie verstehe ich soviel wie die Kuh vom Fliegen. Ich beschreibe die Fauna hier in meinen eigenen Worten nur so weit, wie sie den Korsika-Touristen betrifft.
In Korsika läuft allerlei Nutzvieh frei im Wald rum: sowohl Rinder als auch Hausschweine, Pferde, Esel und Hühner werden hier nicht eingesperrt. An die Begegnung mit ihnen gewöhnt man sich recht schnell, sie ist absolut alltäglich. Insbesondere von den Hausschweinen geht allerdings ein kleines Problem aus: die Biester haben einen phantastischen Geruchssinn, jede Art von Futter finden sie meilenweit, durch Zelte, Rucksäcke und sogar Verpackungen hindurch. Berichten zufolge haben Schweine schon Rucksäcke zerlegt, um an eine Dose (!) Isostar zu kommen. Der sicherste Ort für Rucksäcke mit Futter sind Bäume, denn klettern ist so ziemlich das einzige, was sie nicht können. Wer seinen Rucksack mit Schweinefutter unbeaufsichtigt im Zelt liegen läßt, ist selber schuld, wenn die Tour vorzeitig endet. Allerdings ist man auf den Campingplätzen vor solcherlei Getier sicher; diese Probleme hat man nur in den Bergen, und auch dort nicht überall.
Man muß aber auch eine Lanze für die Schweine brechen: sie sind zwar neugierig und gefräßig, aber ansonsten vollkommen harmlos und lassen sich leicht auf Distanz halten. Wer sie allerdings füttert, ist selber schuld, wenn er sie nicht mehr los wird. Wildschweine gibt es, aber sie sind kleiner als auf dem Kontinent und äußerst scheu.
Korsikas Vogelwelt ist nicht gerade atemberaubend; wer Vögel beobachten will, geht besser nach Schottland, denn hier gibt es vor allem eine kleine Vogelart, die finkenartige Geräusche macht, und natürlich Hühner und Tauben. Amseln gibt es nicht mehr allzuviele, sie wurden in der Vergangenheit fast alle zu Pastete verarbeitet.
Auch Insekten gibt es relativ wenige. Stechinsekten sind besonders selten; wir wurden nur selten gestochen, ganz anders, als auf meinem letzen Urlaub in Schottland. Hier stechen nicht mal die Wespen, die es vor allem an der Küste reichlich gibt und die einen beim Essen ziemlich nerven können, weil sie alles Süße zielsicher attackieren. Am besten stellt man irgendwo eine Schale mit Limo oder Zuckerwasser hin, dann hat man einigermaßen seine Ruhe.
Oben in den Bergen gibt es vor allem drei Sorten Tiere. Eine davon ist eine bis zu 15cm große Eidechsenart, die es überall dort gibt, wo die Sonne viel auf kahles Gestein bratzt. Sie dezimieren in diesen Gegenden die beiden anderen Sorten Tiere so weit, daß man ihnen fast schon dankbar dafür ist. Richtig, die anderen beiden Sorten sind klein und fliegen: eine Art kleine Stubenfliege, die sich besonders dadurch auszeichnet, daß sie Ohrenschmalz mag (und das nervt vielleicht!) und diese gelb-schwarz gestreiften Wespenimitationen, die sich bewegen wie Hubschrauber und dabei ziemlich viel Krach machen. Alle beiden weigern sich entschieden, auf chemische Keulen wie Autan oder auch stärkere Mittel zu reagieren; man kann das Zeug gleich zuhause lassen, es nützt nix.
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Jedes Jahr gehen in Korsika Tausende Hektar Macchia und Wald in Flammen auf. Schätzungen zufolge gehen dabei etwa 10% der Brände von Selbstentzündungen aus, der Rest ist Unachtsamkeit und Brandstiftung. Hirten brandroden für neues Weideland, Touristen schmeißen brennende Kippen sorglos weg, und mancher Wildcamper brennt trotz totalem Verbot ein Lagerfeuer an. Mitunter stöbern die Jäger auch Wildschweine mit Feuer auf.
Die Korsen machen sich aus Wald- und Macchiabränden nicht mehr allzu viel - da hätten sie auch viel zu tun, denn irgendwo brennt es auf der Insel im Sommer immer. Löscharbeiten beschränken sich in der Regel auf bewohnte Gebiete, unter anderem deshalb, weil sie sehr teuer sind. Das Gelände im Landesinnern ist unwegsam bis unzugänglich, es kann also fast nur aus der Luft gelöscht werden. Die alten Löschflugzeuge vom Typ Canadair sind ein teueres Spielzeug, eine Flugstunde kostet immerhin 20000 FF! Denn die alten Kisten verbrennen teueres Flugbenzin statt Kerosin, und zwar eine ganze Menge davon, und haben nur eine Kapazität von 5300 Litern Wasser.
Für die Piloten ist es ein ziemliches Husarenstück, einen Waldbrand zu bekämpfen, denn die Cockpits sind nicht klimatisiert, und Instrumente für Blindflug im dicken Qualm haben die Kisten auch nicht.
Die Brände sind der Hauptgrund für das Verbot, wild zu campieren. Nicht, daß dadurch das Lagerfeuermachen eingeschränkt werden soll, nein, es geht vielmehr darum, die Leute wenigstens nachts an genau definierten Stellen mit Sprechfunk (nämlich den Hütten) zu haben.
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Auf Korsika bezahlt man mit Französischen Francs (F, FF oder FRF), die Untereinheit heißt Centimes (cent. oder cts.), und wie der Name schon sagt, sind 100 Centimes 1 Franc. Die Centimes gibt es in Münzen zu 5, 10 und 20, die Francs in Münzen zu 1/2, 1, 2, 5 und 10, und in Banknoten zu 20, 50, 100, 200 und 500.
1 FF ist nicht allzuviel Geld; hier einige Kurse (Stand Ende August 1993). 100 FF entsprechen demnach etwa 30 DM, 17 US$ oder 12 GBP. Ein Deutscher multipliziert mit 3 und teilt durch 10, ein Amerikaner teilt durch 6, und ein Engländer durch 8, um sich ein Gefühl für die Preise zu verschaffen.
Auf Korsika werden Eurocheques überall gerne genommen; nur in Restaurants ist es nicht üblich, damit zu zahlen. Auch alle möglichen Kreditkarten werden akzeptiert, insbesondere Visa ist eine gute Wahl. Mit Reiseschecks gibt es auch keine Probleme, allerdings werden die Reiseschecks von American Express nicht auf Postämtern, sondern nur auf Banken eingelöst. Wer als Deutscher sein Postsparbuch mitbringt, kriegt damit auch in entlegenen Orten Geld, und zwar ab 200 DM in Hunderter-Schritten bis 2000 DM (gleichzeitig der maximale Monatsbetrag). Bargeld in anderen Währungen mitzunehmen, ist nicht allzu sinnvoll, denn das wird generell zum schlechtesten Kurs getauscht. Eine Kombination aus Postsparbuch und Eurocheques ist prima, wer eine Kreditkarte hat, sollte sie ebenfalls mitnehmen. Generell wird bei so ziemlich allen Transaktionen der Personalausweis oder Reisepaß verlangt, was mitunter Probleme gibt, denn auf Campingplätzen ist es üblich, einen solchen zu hinterlegen. Deshalb am besten beides mitschleppen.
Manche Banken lassen sich die Güte, einen Scheck einzulösen, recht ordentlich bezahlen; die Gebühr wird gleich an Ort und Stelle einbehalten. Besser vorher erkundigen oder gleich zur Post gehen, die macht solche Zicken nicht. An Automaten kriegt man nur mit Kreditkarte Geld; die Eurocheque-Karte braucht man da gar nicht erst reinzustecken. Zur Zeit werden Eurocheques bis zu 1400 FF genommen, das entspricht etwa dem europäischen Standard. Die heimische Bank (in Deutschland, über andere Länder weiß ich diesbezüglich nichts) wechselt nach dem zur Zeit der Buchung gültigen Kurs (natürlich zu ihren Gunsten) und schlägt noch so 1-2% Gebühren drauf, mindestens aber 2,50 DM. Deshalb ist es sinnvoll, keine kleinen Läpperschecks auszustellen; besser einmal die Woche auf die Post oder Bank und genug Geld geholt.
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Als Reisender in ferne Länder braucht man natürlich einige wichtige Dinge: in erster Linie Karten und einen guten Reiseführer. Aus meiner bisherigen Erfahrung mit Reiseführern heraus kommt für mich nur einer in Frage, den es nicht nur von Korsika, sondern so ziemlich für alle irgendwie interessanten Gegenden in Europa und anderswo gibt: der 'Velbinger'.
Man verstehe mich recht: ich will hier keine Schleichwerbung machen und ich verdiene auch nichts daran, aber diese Reiseführer-Serie hat es wirklich verdient, daß man für sie trommelt. Mit Liebe zum Detail gemacht enthalten sie wirklich alles, was man an Infos so braucht: nicht nur den ganzen Kulturkram, sondern auch, wo man gut und billig ißt und schläft, wie man von hier nach dort kommt, wo die beste Disco ist, wo man was einkaufen kann, wo die Post ist, wo die Banken, wo man welche Sportarten betreiben kann und so weiter und so fort. Natürlich hat Qualität ihren Preis, und das ist die unangenehme Seite an 'Velbingern': für etwa 500 Seiten Paperback bezahlt man zwischen 30 und 45 DM. Man kriegt sie im Buchhandel und direkt beim Verlag.
Eine ähnliche Bücherserie habe ich auch schon in französischen Läden gesehen; etwas Vergleichbares scheint es also auch noch in anderen Sprachen als Deutsch zu geben.
Dirk Schröder / Ursel Pagenstecher
Korsika
ISBN 3-88316-015-6
Verlag Martin Velbinger, Bahnhofstr. 106, 82166 Gräfeling/München
Preis: 36 DM
Für GR 20-Wanderer gibt es eine Alternative bzw. Ergänzung: 'Bergwelt Korsika' von Hans Schymik, Verlag Fink-Kümmerly+Frey, Stuttgart. Allerdings fehlen hier die ganzen nützlichen Kleinigkeiten über die Orte, durch die man kommt, dafür sind die Wanderwege besser beschrieben. |
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